Mit Dr. Max Mannheimer

Zeitzeugengespräch mi Dr. Max Mannheimer

Unsere Schule bildet junge Menschen aus, die sich pädagogisch um die Jüngsten unserer Gesellschaft kümmern. Ein besonderes Anliegen der Berufsfachschule für Kinderpflege, einer anerkannten Schule gegen Rassismus und für Zivilcourage ist es, durch die Auseinandersetzung mit den Gräueltaten im Dritten Reich den Mut und die Verantwortungsbereitschaft zu fördern und dabei mitzuwirken, dass jeder Art von Unterdrückung und Ausgrenzung, aus welchen Gründen auch immer entgegen gearbeitet wird. Deshalb wird an der Schule seit etlichen Jahren für alle 10. Klassen ein Tag im Max-Mannheimer-Studienzentrum in Dachau organisiert.

Bereits zu Beginn des Schuljahrs 2012/2013 informierten sich unsere Schülerinnen und Schüler durch den Studientag mit anschließendem Besuch der Gedenkstätte Dachau über die Entwicklung des Konzentrationslagers und der physischen und psychischen Bedingungen, unter denen die Häftlinge dort leben und arbeiten mussten.

Dr. h.c. Max Mannheimer (10)

Der Ausstellung „Namen statt Nummern“, die schon das zweitemal an unserer Schule zu sehen war, liegt das Projekt „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ unter Leitung von Frau Sabine Gerhardus zugrunde. Da die Häftlinge im ehemaligen Konzentrationslagers Dachau – wie auch in anderen Konzentrationslagern der Nationalsozialisten – auf ihre eintätowierten Nummern reduziert wurden, wird mit der Erstellung von Gedächtnisseiten den ehemaligen Häftlingen aufgrund der Recherche und den Interviews mit den Häftlingen selbst oder ihren Angehörigen ihr Leben und ihre Identität wiedergegeben. So kamen Biografien zustande, die das Leben vor, während, und wenn möglich, auch nach der Befreiung des Lagers Dachau sichtbar machen. Ein Teil dieser Biografien sind in Auszügen mit Bildern auf große Banner gedruckt worden. Durch die Ausstellung an unserer Zweigstelle in der Grundschule am Bayernplatz konnte so den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu einer Begegnung und anschließenden Auseinandersetzung mit einzelnen Schicksalen der Häftlinge gegeben werden.

Dr. h.c. Max Mannheimer (26)

Der Besuch von Herrn Max Mannheimer, einem Überlebenden von Dachau und Präsidenten der Lagergemeinschaft Dachau wurde für viele Schülerinnen und Schüler zu einem besonderen Erlebnis. Herr Mannheimer berichtete mit einer erstaunlichen Offenheit über seinen Leidensweg durch verschiedene Lager. Er konnte durch die Schilderung seiner teilweise sehr persönlichen Erfahrungen diese Zeit für seine interessierten Zuhörer lebendig werden lassen, auch nahm er sich trotz seines hohen Alters viel  Zeit, mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten und eingehend ihre Fragen zu beantworten.

Die Resonanz der Schülerinnen und Schüler auf die Veranstaltungen war sehr positiv und bestärken die Schule, auch den zukünftigen 10. Klassen diese wichtigen Erfahrungen zu ermöglichen.